Vortrag mit Musik und Dialog
Wie Konzerne unser Allgemeingut als strategische Investition aufkaufen – und warum das ein Angriff auf unsere Zukunft ist
Stell dir vor, du drehst den Wasserhahn auf – und es kommt nichts. Nicht, weil es keine Quellen mehr gibt, sondern weil ein Konzern die Rechte daran gekauft hat. Klingt wie ein dystopischer Film? Ist es nicht. Es passiert bereits. Auch hier bei uns direkt vor der Tür.
Konzerne wie Nestlé, Aldi, Red Bull, Adelholzener oder Altmühltaler kaufen nicht nur Land, sie sichern sich Kontrolle über unsere Lebensgrundlagen: Wasser und fruchtbaren Boden. Und das ist kein Zufall, sondern eine kühle Kalkulation. Während Böden austrocknen, Gewässer verschmutzen und die Trinkwasserversorgung vielerorts eingeschränkt wird, sichern sich Investoren langfristige Wasserrechte und kaufen fruchtbares Ackerland als „krisensichere Geldanlage“ auf – oft mit dramatischen Folgen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt.
Boden: Vom Gemeingut zur Spekulationsware
Land ist endlich. Das macht es für Investoren so attraktiv. Seit der Finanzkrise 2008 ist fruchtbarer Boden weltweit zu einem begehrten Investitionsobjekt geworden. Nicht, um darauf Nahrung für die Region anzubauen, sondern um Gewinne zu maximieren – durch Monokulturen, Biosprit oder schlicht durch Abwarten. In Rumänien stiegen die Bodenpreise innerhalb eines Jahrzehnts um 1.817 Prozent – getrieben von Investoren, die sich riesige Flächen sichern
Die Ironie: Während Bauernhöfe pleitegehen, weil sie mit den Preisen für Pacht und Saatgut nicht mithalten können, kaufen Investmentfonds und Konzerne die Flächen auf – oft mit Steuergeldern subventioniert.
Wasser: Das „blaue Gold“ und die neue Kolonialisierung
Wasser ist Leben. Und genau deshalb ist es so wertvoll. Während die Klimakrise Dürren verschärft und Grundwasserspiegel sinken, sichern sich Konzerne wie Nestlé oder Adelholzener langfristige Wasserrechte – oft zum Spottpreis. In Bayern etwa zapfen Mineralwasserfirmen Grundwasser an, das die Region dringend für die Trinkwasserversorgung braucht.
Während Kommunen um jeden Liter kämpfen, machen Investoren Gewinne mit unserer Lebensgrundlage.
Die gute Nachricht: Es gibt Widerstand. Initiativen wie „Guter Grund“ kämpfen bundesweit dafür, dass Wasser und Boden als Gemeingut geschützt werden. Wie das geht, zeigt eine Bürgerinitiative aus Treuchtlingen. Sie fordern:
Transparenz: Wer besitzt welche Wasserrechte? Wer kauft welche Flächen?
Demokratische Kontrolle: Kommunen und Bürger:innen müssen mitbestimmen können.
Recht auf Wasser: Wasser darf nicht privatisiert werden – es gehört allen. Unterstützung kommt von Ronja Künster, die den Abend musikalisch begleitet.
Die Klimakrise verschärft die Knappheit – und damit den Druck, Wasser und Boden als Ware zu behandeln. Was ist zu tun, damit wir uns Wasser und Böden noch leisten können?
Wir laden ein zum Mitdenken und Mitmachen:
Wie Konzerne unsere Lebensgrundlagen aufkaufen – und was das für uns bedeutet.
Warum Wasser und Boden keine Waren sein dürfen.
Was wir tun können, um die Kontrolle zurückzugewinnen
Im Rahmen von „Demokratie – wozu?“ – Veranstaltungsreihe zur Stärkung der Demokratie

Kooperationspartner*innen u.a.: Caritas Nürnberger Land, Diakonie NAH e.V., Evangelisches Bildungswerk NAH e.V., Kunstmuseum Hersbruck e.V., Interkultureller Treffpunkt KOMM des Ökumenischen Vereins für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migration e.V.

